oder die etwas andere Sightseeing-Tour auf den Strassen Berlins
6 Monate ist es wohl her, als wir uns für den Berliner Halbmarathon anmeldeten. Ausgerichtet wird die Veranstaltung von einem italienischen Versicherungskonzern namens Generali, welcher laut eigenen Angaben diese ins Leben gerufen hat, um Menschen dazu zu animieren sich sportlich mehr zu betätigen.
35551 Läufer haben sich für 2019 angemeldet und davon finishten 28454. Damit ist der Generali Berlin-Halbmarathon der größte HM Deutschlands und der drittgrößte Halbmarathon der Welt.
Die Anreise, die HM-Messe und die letzten Vorbereitungen
Wir entschieden uns bereits am Freitagnachmittag mit der Bahn anzureisen. Die Hinfahrt verlief recht unkompliziert per ICE. Da wir erst gegen 22 Uhr in Berlin ankamen, wurde nur noch schnell etwas gegessen, die Unterkunft bezogen und dann ging es auch schon ins Bett.
Am Samstag stand ein Besuch der Halbmarathon-Expo auf dem Programm. Diese fand am alten Flughafen Berlin-Tempelhof statt. Dort bekamen wir auch unseren Starter-Bag inkl. Startnummer. Wie bei einer Messe eines Laufevents dieser Größenordnung zu erwarten war, waren hier grob alle nahmhaften Sportartikelhersteller mit diversen Ständen vertreten. Zudem fand am Flugfeld der Bambini-Lauf der Kinder statt.

Wieder im Hotelzimmer angekommen hatten wir noch genügend Zeit etwas zu relaxen und unsere Laufsachen für die aktuelle Wetterlage vorzubereiten und bereitzulegen. Anschließend gings noch schön gepflegt zum Italiener Nudeln essen.
Race-Day
Um 7 Uhr klingelte unnötigerweise der Wecker. Wir waren schon vorher wach. 🙂 Der Morgen war streng durchgetaktet; essen, duschen, anziehen, Taschen packen, auschecken, nix vergessen und mit Tram und S-Bahn zum Hauptbahnhof fahren.
Gemeinsam mit tausenden anderen Läufern begaben wir uns zum naheliegenden Startbereich auf der Straße des 17.Juni (zwischen Brandenburger Tor und Siegsessäule). Es gab 5 verschiedene Blöcke in welche die Läufer vorab nach geplanter Zielzeit eingeteilt wurden. Wir betraten um ca. 9:30 Uhr Block F. Der Start erfolgte in mehreren Wellen, damit sich die Masse der Läufer besser verteilt. Um 10:05 Uhr fiel der Startschuss. Für uns bedeutete das: Jetzt nur noch weitere 35 Minuten warten.


Dann durften auch wir endlich los. Die Temperatur war mit sonnigen 11- 14 Grad zum Laufen in kurzer Hose und T-Shirt perfekt. Die ersten 5 Kilometer bis zur ersten Versorgungsstation waren schnell rum. Die Versorgungsstationen selbst waren 15 – 20 Meter lang und beidseitig am Straßenrand aufgebaut. Wie zu erwarten war, blieben viele Läufer gleich am ersten Tisch stehen um sich ein Getränk zu genehmigen. Hier empfiehlt es sich generell immer gleich die weiter hinten stehenden Tische anzusteuern, um wertvolle Sekunden zu sparen.
Die folgenden 5 Kilometer zogen sich bei mir gefühlt etwas in die Länge. Die Fußsohle links schmerzte etwas. Spätestens ab km 12 ging es erstaunlicher Weise wieder besser. Bei km 14 wurde ein Gel von Ultrasports gereicht. Geschmacklich hatten wir die Wahl zwischen Cola und Berry. Bei km 10 und 17 tranken wir wie geplant den Beetster von selbigem Hersteller.
Die letzten Kilometer waren zwar etwas anstrengender, aber durch die gute Stimmung an der Strecke flog man dennoch förmlich dahin. Hier kann man in Berlin wirklich nicht mosern. Dutzende Bands / DJs und viele anfeuernde Zuschauer an der Strecke sorgen für Leichtigkeit und gute Stimmung.


Nach 2:27:46 h hatten wir es dann auch schon geschafft… unseren ersten lockeren Halbmarathon. Schön wars. Im Ziel wartete natürlich noch ein kühles Erdinger-Alkoholfrei auf uns, dann machten wir uns auch schon wieder auf
Die Heimreise
Wir hatten noch ein paar Stunden Aufenthalt in Berlin, diese nutzten wir um uns noch ein wenig die Füße zu vertreten, schließlich mussten wir jetzt bald wieder eine ganze Weile sitzen. Die Beine waren natürlich etwas schwer, aber langsames Herumgehen war nicht unangenehm. Also schlenderten wir noch ein wenig in der Nähe vom Reichstag herum.
Die Rückfahrt selbst zog sich aufgrund von technischen Problemen der Deutschen Bahn leider etwas hin, was vor Allem nach dem eh schon anstrengenden Tag etwas nervte.
Insgesamt gesehen war es aber ein schönes Erlebnis auf den Straßen Berlins zu laufen. Gerne kommen wir irgendwann einmal wieder.